Frank Pinner
CBP - Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V.
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Einbeziehung freiwillig und ehrenamtlich Tätiger in die Hilfen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft
Teilhabe als sozialpolitisches Konzept ist im SGB IX verankert und soll Menschen mit Behinderung oder Menschen, die von Behinderung bedroht sind, Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglichen. Wie dies unter Einbeziehung von freiwillig Tätigen gestaltet werden kann und wie förderliche Rahmenbedingungen für Selbstbestimmung und Teilhabe aussehen müssten, wurde von neun verschiedenen Einrichtungen und Diensten der stationären und ambulanten Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie im Rahmen von Projekten erprobt.
Das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze) in Freiburg/Br. hat über einen Zeitraum von knapp drei Jahren im Auftrag des Bundesverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. neun dieser Projekte begleitet und wissenschaftlich evaluiert. Auch wenn die einzelnen Projekte verschiedene Schwerpunkte und Ausrichtungen hatten, zielten sie alle darauf ab, Teilhabechancen zu erhöhen und dabei freiwillig und ehrenamtlich tätige Personen aus dem sozialen Umfeld vermehrt einzubeziehen. Die Ergebnisse und Erfahrungen, die das zze mit Hilfe zahlreicher Interviews und Gruppengesprächen aufgenommen und ausgewertet hat, wurden in einer Handreichung mit dem Titel „Gemeinsam Teilhabe leben“ zusammengefasst und veröffentlicht, um sie allen Interessierten aus der Praxis zugänglich zu machen. Diese Handreichung vermittelt nicht nur Grundlagen für die Einbeziehung von Freiwilligen, sondern beschreibt Konflikte und Lösungswege und zeigt praktische Wege der Umsetzung auf.
Die Förderung von Teilhabe und die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderung stellt für die freiwillig Tätigen eine wichtige Engagementmotivation dar. Äußerungen in den Interviews zeigen zudem, dass sich mit dem Engagement von Freiwilligen die Teilhabechancen tatsächlich erhöhen. Aber die Erhöhung von Teilhabechancen durch Einbeziehung freiwillig Tätiger erfordert in der Organisation einen umfassenden Prozess. Aus den Erfahrungen der neun Projekte wird deutlich, dass solch ein Projekt Zeit benötigt, und nicht ohne Auseinandersetzungen über Interessen, Rollen usw. ablaufen kann. Der Einsatz, der für die Umsetzung der Einbeziehung von Freiwilligen geleistet werden muss, ist nicht zu unterschätzen. Die eingangs erwähnte Handreichung zeigt in diesem Zusammenhang Einzelschritte auf, die dazu ermutigen, sich in einen solchen – durchaus lohnenswerten – Prozess zu begeben.
