Fulda, 5./6. Juni 2026 - Der Angehörigenbeirat im Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) ist ein wichtiges Gremium der partizipativen Zusammenarbeit im katholischen Fachverband auf Bundesebene: Er bringt die Perspektive der Angehörigen von Menschen mit Behinderung ein, vertritt dabei insbesondere die Interessen von schwerstmehrfach behinderten und psychisch erkrankten Menschen.
Nach rund dreieinhalb Jahren engagierter Vertretungsarbeit ist der bisherige Beirat beim diesjährigen Angehörigentag am 5./6. Juni in Fulda mit einem sehr herzlichen Dank des CBP-Vorsitzenden Wolfgang Tyrychter verabschiedet worden.
Für die kommenden vier Jahre bestimmten Wahlpersonen aus Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie in ganz Deutschland die sieben Mitglieder des neuen Beirats:
- Bertin Abbenhues, Kath. Jugendfürsorge Regensburg e.V.
- Susanne Engelen, Caritasverband für Stuttgart e.V.
- Petra Gierl, Dominikus-Ringeisen-Werk Region Günzburg/Neu-Ulm
- Franz Hümmeke, Alexianer Stift Tilbeck Münster
- Klemens Kienz, Caritasverband Brilon e.V.
- Markus Lott, Caritas-Werkstatt Nordkirchen, Caritasverband für den Kreis Coesfeld e.V.
- Christelle Wilken, St.-Vitus-Werk gGmbH Meppen
In seiner konstituierenden Sitzung direkt im Anschluss an die Wahl bestimmte der neue CBP-Angehörigenbeirat Bertin Abbenhues zu seinem Sprecher.
CBP-Angehörigenbeirat (v. l.): Bertin Abbenhues (Kath. Jugendfürsorge Regensburg e.V.), Susanne Engelen (Caritasverband für Stuttgart e.V.), Franz Hümmeke (Alexianer Stift Tilbeck GmbH, Havixbeck), Christelle Wilken (St.-Vitus-Werk GmbH Meppen), Markus Lott (Caritas-Werkstatt Nordkirchen), Petra Gierl (Dominikus-Ringeisen-Werk Region Günzburg/Neu-Ulm), Klemens Kienz (Caritasverband Brilon e.V.)CBP
Den derzeit sehr starken politischen Einspar-Bestrebungen in Eingliederungshilfe und Pflege wollen alle Beiratsmitglieder so kämpferisch wie optimistisch entgegentreten. Zum Stand dieser verstörenden politischen Debatte und Gesetzgebung referierte für den CBP-Angehörigentag der Sozialdezernent des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Takis Mehmet Ali. Er ist ehemaliger teilhabepolitischer Sprecher der SPD.
Just am 5. Juni hat das Bundesgesundheitsministerium den Referentenentwurf für das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) zur Verbändeanhörung vorgelegt. Takis Mehmet Ali gab den Teilnehmer:innen des Angehörigentags dazu eine erste grobe Einschätzung: Zu begrüßen sei, dass der Entwurf den Anspruch auf eine Pflegebegleitung für pflegende Angehörige vorsehe, welche für sie die Beratung zu Entlastungsleistungen und ihre Koordinierung in die Hand nimmt.
Doch den Zugang zu Pflegegraden soll der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) dem Referentenentwurf zufolge erschweren, indem er noch strenger prüft als bisher. Das werde zwar zu Kosteneinsparungen führen, so Takis Mehmet Ali, aber auch zur Mehrbelastung für Angehörige, die Hilfen verstärkt selbst leisten müssten. Insgesamt sieht der Sozialdezernent in einer ersten Einschätzung Mehrkosten von einer Milliarde Euro auf Länder und Kommunen zukommen, würde der Referentenentwurf Realität. Nur ein Beispiel: Die geplante Reduzierung bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige werde deren Risiko für Altersarmut steigern - sodass ihre Grundsicherung im Alter wiederum durch die Kommunen finanziert werden müsse.
Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) ist ein anerkannter Fachverband im Deutschen Caritasverband. Mehr als 1100 Mitgliedseinrichtungen begleiten mit ca. 94.000 Mitarbeitenden rund 200.000 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen und unterstützen ihre selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.
www.cbp.caritas.de/