Geschäftsführende der Fachverbände für Menschen mit Behinderung (v. l.): Janina Bessenich (CBP), Barbara Heuerding (BeB), Hannes Harms (Anthropoi), Romy Tornow (bvkm), Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust (Lebenshilfe)CBP
Berlin, 27. April 2026 - Mehr als 650 Organisationen, Einrichtungen und Ausbildungsstätten aus ganz Deutschland beteiligten sich vom 20. bis 24. April 2026 an der gemeinsamen Aktion der Fachverbände für Menschen mit Behinderung und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsstätten für Heilerziehungspflege in Deutschland e.V. (BAG HEP).
Pfarrer Frank Stefan, Vorsitzender des evangelischen Bundesfachverbandes für Teilhabe (BeB), erklärt im Namen der Fachverbände und der BAG HEP: „Die Rekordbeteiligung an der Aktionswoche verdeutlicht, wie groß das gemeinsame Engagement ist. Fachkräfte, Leistungserbringer und Betroffene machen klar, dass Teilhabe nicht zur Disposition stehen darf.“

In den sozialen Medien erzielte die Aktionswoche eine außergewöhnlich hohe Resonanz. Mehr als 1.000 Beiträge unter dem Hashtag #OhneFachkräfteKeineTeilhabe, die auf der Social Wall der Fachverbände gebündelt sind, machen eindrücklich sichtbar, wie unverzichtbar Fachkräfte für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung sowie von Menschen mit psychischen Erkrankungen sind. Die Beiträge zeigen, was Fachkräfte täglich leisten. Sie begleiten Menschen, fördern individuelle Fähigkeiten, geben Struktur und ermöglichen soziale Teilhabe. Gleichzeitig kommen Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung selbst zu Wort und schildern, was Teilhabe für sie bedeutet und wie essenziell Unterstützung für ihr selbstbestimmtes Leben ist.
Zahlreiche Beiträge auf der Social Wall thematisierten auch aktuelle sozialpolitische Entwicklungen. Viele Beteiligte äußerten große Sorge angesichts geplanter Einsparungen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Eingliederungshilfe. Diese Vorhaben stehen aus Sicht des CBP und der weiteren Fachverbände für Menschen mit Behinderung und der BAG HEP in direktem Widerspruch zu den gesetzlichen und menschenrechtlichen Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Bundesteilhabegesetz.
„Wer bei Fachkräften spart oder Leistungen einschränkt, stellt die Teilhabeansprüche infrage“, betont Pfarrer Frank Stefan. „Das gefährdet nicht abstrakte Strukturen, sondern ganz konkret die Lebenssituation von Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind und auch die Fachkräfte.“
Vor diesem Hintergrund unterstützt der CBP gemeinsam mit den weiteren Fachverbänden für Menschen mit Behinderung ausdrücklich die Petition mit dem Titel „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“. Teilhabe ist kein Privileg, sondern ein Menschenrecht und darf nicht von der Kassenlage abhängig gemacht werden. Die Petition kann noch bis zum 25. Mai 2026 mitgezeichnet werden.
Die fünf Fachverbände für Menschen mit Behinderung repräsentieren rund 90 Prozent der Dienste und Einrichtungen für Menschen mit geistiger, seelischer, körperlicher oder mehrfacher Behinderung in Deutschland. Ethisches Fundament der Zusammenarbeit der Fachverbände für Menschen mit Behinderung ist das gemeinsame Bekenntnis zur Menschenwürde sowie zum Recht auf Selbstbestimmung und auf volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft. Mehr Informationen unter: www.diefachverbaende.de
Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) ist ein anerkannter Fachverband im Deutschen Caritasverband. Mehr als 1100 Mitgliedseinrichtungen begleiten mit ca. 94.000 Mitarbeitenden rund 200.000 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen und unterstützen ihre selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. www.cbp.caritas.de