Auf seiner Mitgliederversammlung am 15. und 16. September 2026 in Berlin blickte der CBP auf wichtige sozialpolitische Erfolge seiner Verbandsgeschichte zurück und richtete zugleich den Blick nach vorn. Die Mitglieder haben zudem einen neuen Vorstand für die kommenden fünf Jahre gewählt. Wolfgang Tyrychter wurde als 1. Vorsitzender im Amt bestätigt.
Seit seiner Gründung setzt sich der CBP für die Rechte von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderungen und Menschen mit psychischer Störung und zugleich für die Interessen der Dienste und Einrichtungen ein, die ihre Unterstützung und Teilhabe ermöglichen. Das Jubiläum steht unter dem Motto "Miteinander auf dem Weg". Begleitet wird das Jubiläumsjahr von den Königsfiguren des Künstlers Ralf Knoblauch. Sie stehen sinnbildlich für eine Haltung, die die Arbeit des CBP prägt: Die Würde eines Menschen hängt weder von seiner Leistungsfähigkeit noch von seinem Unterstützungsbedarf oder seiner Lebenssituation ab. Jeder Mensch hat das gleiche Recht, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten und an der Gesellschaft teilzuhaben.
Diese Botschaft ist heute von besonderer Aktualität. Ausgrenzung wird gesellschaftlich wieder sichtbarer, zugleich geraten soziale Rechte und Unterstützungsleistungen zunehmend unter politischen und finanziellen Druck. Der CBP versteht sein Jubiläum deshalb nicht allein als Anlass zum Rückblick. Es ist zugleich Verpflichtung, Erreichtes zu bewahren, Rechte zu verteidigen und Teilhabe weiterzuentwickeln.
Dass der CBP mit beharrlichem Engagement konkrete Veränderungen bewirken kann, zeigen zentrale Meilensteine der vergangenen 25 Jahre. Der CBP unterstützte Menschen mit Behinderungen bei ihren Verfassungsbeschwerden gegen den Ausschluss vom Wahlrecht. Im Jahr 2019 erklärte das Bundesverfassungsgericht die pauschalen Wahlrechtsausschlüsse für verfassungswidrig. Während der Corona-Pandemie unterstützte der CBP Menschen mit Behinderungen bei ihren Verfassungsbeschwerden gegen eine mögliche Benachteiligung bei der Zuteilung intensivmedizinischer Behandlungsmöglichkeiten. Auch die digitale Teilhabe hat der Verband gezielt gestärkt und mit seinem Digitalpreis Projekte ausgezeichnet, die Menschen mit Behinderungen bessere Zugänge zur digitalen Welt eröffnen.
"25 Jahre CBP zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn Menschen mit Behinderungen, Dienste und Einrichtungen gemeinsam für ihre Rechte und für gute Rahmenbedingungen eintreten. Darauf können wir mit Dankbarkeit und Stolz zurückblicken. Gleichzeitig erleben wir aktuell, dass Grundrechte, soziale Rechte und Unterstützungsleistungen wieder stärker unter Druck geraten. Menschen mit Behinderungen müssen sich auch künftig darauf verlassen können, die Unterstützung zu erhalten, die sie für ein selbstbestimmtes Leben brauchen. Dafür wird der CBP eine starke und vernehmbare Stimme bleiben", sagt der im Amt bestätigte 1. Vorsitzende Wolfgang Tyrychter, Vorstandsressortleiter Teilhabe und Assistenz im Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg.
Neuer Vorstand für die kommenden fünf Jahre
Die Mitgliederversammlung hat zugleich den ehrenamtlichen Vorstand des CBP für die kommenden fünf Jahre neu gewählt. Neben erfahrenen Vorstandsmitgliedern gehören dem Gremium zwei Persönlichkeiten an, die erstmals für den Vorstand kandidiert hatten.
Dem neu gewählten Vorstand gehören an:
Wolfgang Tyrychter, Leiter Vorstandsressort Teilhabe und Assistenz, Dominikus-Ringeisen-Werk, Ursberg;
Birgit Ackermann, Geschäftsführerin sowie Vorstandssprecherin, St. Josefshaus Herten gGmbH, Rheinfelden;
Christian Germing, Vorstand, Caritasverband für den Kreis Coesfeld e. V.
Dr. Gertrud Hanslmeier-Prockl, Gesamtleitung Einrichtungsverbund Steinhöring, Katholische Jugendfürsorge München und Freising e. V.
Heike Klier, Gesamtleitung Regens Wagner Zell, Hilpoltstein;
Martin Minten, Verbundgeschäftsführer in der Alexianer GmbH
Andreas Rieß, Vorstand, Josefs-Gesellschaft gAG, Köln;
Matthias Warnking, Vorstandsvorsitzender, Andreaswerk e. V., Vechta.
Geborene Mitglieder des Vorstands sind CBP-Geschäftsführerin Janina Bessenich und Wolfgang Klose, Referatsleiter Teilhabe und Gesundheit beim Deutschen Caritasverband e. V.
Der neue Vorstand will die politische Stimme des CBP in einer Phase stärken, in der grundlegende Entscheidungen über die Zukunft der Eingliederungshilfe und der Sozialpsychiatrie anstehen. Dabei geht es um mehr als um Leistungen und Strukturen. Es geht um die Frage, welchen Stellenwert Menschenwürde, Selbstbestimmung und Teilhabe in unserer Gesellschaft haben. Die Königsfiguren des Jubiläumsjahres erinnern daran, was dabei nicht verhandelbar ist: Jeder Mensch ist wertvoll.
Der CBP wurde am 21. November 2001 in Freiburg gegründet und entstand aus dem Zusammenschluss mehrerer bis dahin eigenständiger Fachverbände der Caritas. Ziel war es, die Interessen von Menschen mit Behinderungen und Menschen mit psychischer Störung sowie der Dienste und Einrichtungen, die sie begleiten, mit einer starken gemeinsamen Stimme zu vertreten. Die fachliche Vielfalt der früheren Verbände lebt bis heute in den Fachbeiräten, Fachausschüssen und Arbeitsgruppen des CBP fort.
Der neu gewählte Vorstand des CBP (v. li.): Heike Klier, Martin Minten, Dr. Gertrud Hanslmeier-Prockl, Christian Germing, Wolfgang Tyrychter (mit Königswürde-Figur), Birgit Ackermann, Matthias Warnking, Andreas Rieß, Janina Bessenich (nicht im Bild: Wolfgang Klose).Boris Trenkel/Bildschön